„Aktive Erinnerung“: MNS-SchülerInnen arbeiten an digitalem Projekt der Arolsen Archives mit

Am 27.Januar dieses Jahres jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zum 76. Mal. Aus diesem Anlass haben rund 20 Schülerinnen und Schüler der E-Phase und der Q3 der Martin-Niemöller-Schule eine Woche lang einen aktiven Beitrag zur dauerhaften Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes geleistet. Im Rahmen der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts haben sie am heimischen Rechner mehrere hunderte digitalisierte Dokumente mithilfe eines Onlinetools erschlossen. In teils mühsamer Entzifferungsarbeit durchforsteten sie Deportationslisten und Häftlingspersonalakten nach Namen und weiteren personenbezogenen Daten. Durch ihre Arbeit werden diese Daten den Nachkommen und der historischen Forschung zur Onlinesuche künftig zugänglich sein – mit jedem erfassten Dokument tragen die Schülerinnen und Schüler aktiv dazu bei, dass die Namen nicht vergessen werden.

Die Arbeit an diesen Dokumenten war für die Schülerinnen und Schüler teils sehr berührend – nicht nur aufgrund der schieren Masse an Dokumenten, sondern auch aufgrund der „Unmittelbarkeit“ der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. „Je länger man sich mit diesem Projekt beschäftigt, desto intensiver denkt man darüber nach“, bilanzierte Mita aus der E-Phase. Die Annäherung an die NS-Zeit geschehe auf diese Weise „berührender“, hob Vanessa – ebenfalls aus der E-Phase – hervor.

Die international beachtete Initiative wurde im vergangenen Jahr anlässlich des 75. Holocaust-Gedenktages mit dem Ziel gestartet, durch die Mitwirkung tausender freiwilliger Helferinnen und Helfer bis zum Jahr 2025 insgesamt rund 30 Millionen Dokumente zu indizieren und dadurch ein „digitales Denkmal“ für die Opfer des NS-Regimes zu errichten. Ausrichter dieses Mammutprojekts sind die Arolsen Archives, ein weltweit anerkanntes Dokumentationszentrum zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung und Zwangsarbeit, dessen Archiv seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Die Martin-Niemöller-Schule beteiligte sich in diesem Jahr erstmals an diesem Projekt – und hat fest vor, diese Projektarbeit im nächsten Jahr fortzusetzen. Denn „everynamecounts gibt einem das Gefühl, etwas tun zu können“, betont Carlotta aus der Q4.

(Benjamin Laqua)

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