Besuch der Hessischen Schülerakademie 2022

Besuch eines Feriencamps bzw. einer Ferienakademie? Für viele Schüler/innen in meinem Alter ist das vermutlich nichts. Wozu auch die Anstrengung? Die Devise: In den Sommerferien so viel Freizeit und Erholung wie möglich bekommen, um sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten; dafür am besten noch irgendwo weit weg, am Strand und unter der Sonne.

Für mich war das jedoch nichts. In den letzten zwei Wochen der Ferien fuhr ich also nach erfolgreicher Bewerbung mit dem Auto nach Eiterfeld – in die Nähe von Fulda – zur Hessischen Schülerakademie 2022 der Oberstufe auf Burg Fürsteneck. Zuerst hatte ich Angst, dass die Akademie wie Schule in den Ferien sein würde; nach 12 aufregenden Tagen erwies sich die Teilnahme jedoch rückblickend als eine empfehlenswerte und bereichernde Möglichkeit, die eigenen Kompetenzen sowohl in einem speziellen Fachkurs, als auch abseits des Fachbereiches in verschiedenen Kreativ- und Freizeitangeboten zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen, die ebenso neugierig wie man selbst, mit dem Ziel auf die Akademie kommen, neue Dinge zu erleben und zu lernen.

Das Angebot der Fachkurse besteht generell aus vier Fächern. Dieses Jahr waren es Geschichte, Mathematik, Physik und Informatik. Ich habe mich im Vorfeld für den Informatikkurs entschieden, da mich das Kursthema „Apps im echten Leben“ direkt neugierig gemacht hat und ich mir unter Informatik nichts Konkretes vorstellen konnte, außer das übliche klischeehafte Bild von „Nerds vor dem Schreibtisch“.

Die Kursarbeit selbst gestaltete sich jedoch als gänzlich anders: Ziel war es, zu zweit ein kreatives Minispiel (Bspw.: eine Form von Simon Says oder einen Reaktionstest) zu programmieren. Die nötigen Vorkenntnisse zu den einzelnen Programmen und das Arbeiten mit Code musste man sich bereits im Vorfeld per Online-Tutorials aneignen, denn die Akademie beginnt bereits kurz vor den Sommerferien mit vereinzelten Videokonferenzen von Zuhause aus und einem persönlichen Kennenlerntreffen.

Wer denkt, dass man während der Vorbereitung und der Kurszeit komplett alleine gelassen wird, liegt falsch. Denn es waren zu jeder Zeit der Arbeitsphasen mehrere Betreuer – online oder persönlich – zur Stelle, um uns ruhig und gelassen mit Tipps und Unterstützung zur Seite zu stehen. Der Kurs bestand nämlich nur aus 10 Schüler/innen sowie 7 Betreuer/innen, die sich untereinander gut kannten und als Team seit Jahren schon zusammenarbeiten. Das Resultat: Eine entspannte Atmosphäre, in der man sich unterhalten und sich weder für die eigenen noch für die Programmierfehler der anderen Gruppen genieren musste. Zudem gab es einen kursinternen Abend und mehrere Wettbewerbe gegen die anderen Fachkurse, die uns als Team zusätzlich zusammengeschweißt haben.

Für den seelischen Ausgleich neben der Kursarbeit sorgten nachmittags die sogenannten und unter den Fachkursen gemischten MukK-Kurse („musisch-kulturelle Kurse“), sowie drei freizeitliche Projekt- und Ruhetage in der Mitte der Akademiezeit. Jeden Tag gab es vier Mahlzeiten im Speisesaal der Burg, mittags wurde „Jugger“ (wenn ihr herausfinden wollt, was das ist, müsst ihr selbst dorthin 🙂 ) und abends wurden Brettspiele in der „Torschenke“ gespielt. Die Gesamtatmosphäre erwies sich als gelassen und motiviert. Ich habe viele neue Freunde aus den unterschiedlichsten Teilen Hessens kennengelernt; der Abschied hat nach so vielen gemeinsamen Erlebnissen und neuen Eindrücken sogar etwas wehgetan, da man als Gemeinschaft echt zusammengewachsen ist.

Ich konnte nach diesen 12 Tagen am 04. September trotzdem (oder gerade deshalb) erholt und motiviert in das neue Schuljahr starten. Die Akademie hatte zwar ein umfangreiches Programm, gleicht aber sonst wenig dem Unterricht in der Schule. Ich werde mich nächstes Jahr definitiv erneut dafür bewerben!   

(Björn Brestel)    

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