Besuch der Jahresversammlung der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina e.V. – ein einmaliges Erlebnis!

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Maja Kantlehner und ich besuche derzeit die Q3 der Martin-Niemöller-Schule. Im Folgenden berichte ich über meine Zeit bei der Leopoldina, der nationalen Akademie der Wissenschaften. Dank eines Stipendiums hatte ich die Möglichkeit, bei ihrer Jahresversammlung teilzunehmen. Bevor ich anfange zu berichten, möchte ich erwähnen, dass ich mich sehr geehrt fühle, eine solche Chance erhalten zu haben. An der Stelle möchte ich mich herzlich bei Frau Ruttke und Herrn Hertrich bedanken, dass sie mich vorgeschlagen haben und mir diese Erfahrung somit ermöglicht haben. Zudem bedanke ich mich bei der Leopoldina und den Verantwortlichen für das Stipendienprogramm. Es war ein einmaliges Erlebnis!

Kurze Info zur Leopoldina:          
Die Akademie wurde 1652 gegründet und ist somit die älteste Wissenschaftsakademie der Welt. Im Jahr 2008 wurde sie zur nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Unabhängig, evidenzbasiert und ohne Rechenschaftspflicht berät die Leopoldina sowohl Politik als auch Gesellschaft. Unter folgenden Links kann man sich die Aufzeichnung der Jahresversammlung ansehen:

  • https://www.youtube.com/watch?v=kLeWr2t0lgc
  • https://www.youtube.com/watch?v=3Ly78PzqFZg
  • https://www.youtube.com/watch?v=oCoQElvXGHc

21. September Meine Zuganfahrt nach Halle (Saale) dauerte ca. drei Stunden. Ich traf gegen 16:00 Uhr an der Jugendherberge in Halle ein. Hier lernte ich direkt die anderen Schüler*innen kennen. Insgesamt waren wir 35 Stipendiat*innen aus ganz Deutschland. Gegen 18:00 Uhr gab es dann Abendessen und wir wurden offiziell begrüßt.

22. September Der zweite Tag des Stipendiums war dafür gedacht, uns allen die Stadt Halle näher zu bringen. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, da drei verschiedene Aktivitäten, welche jeweils zwei Stunden dauerten, geplant waren. Um 08:45 Uhr ging es dann auch schon los. Meine Gruppe begann mit der Stadtrally. Hierbei erfuhren wir viel über die Gebäude und die Geschichte der Stadt.

Für die zweite Aktivität ging es mit dem Bus zum Campus Heide Süd. Hier durften wir mit den verschiedensten Mikroskopen mikroskopieren. Hierbei probierte ich sowohl Lichtmikroskope, 3D-Lichtmikroskope als auch ein Rasterelektronenmikroskop aus. Nicht nur die Funktionsweise des Letzteren hat mich sehr beeindruckt, sondern auch die Möglichkeiten, die es eröffnet. Daraufhin wechselten wir die Räumlichkeiten. Unsere Aufgabe war es nun, in zwei Teams gegeneinander, aus Pappe einen Turm zu bauen. Die Kriterien waren hierbei Zeit, Stabilität, Höhe und Belastbarkeit. Wenn auch sehr knapp, hat meine Team gewonnen. Daraufhin zeigten uns die Wissenschaftler*innen noch sehr spannende Experimente mit flüssigem Stickstoff. Besonders die Magnetschwebebahn hat mich hier sehr beeindruckt. Nachdem unsere drei Aktivitäten des Programms nun vorbei waren, fuhren wir zum Archiv der Leopoldina. Hier zeigte und erklärte uns der Leiter der Abteilung sehr interessante Gegenstände. Zum einen erfuhren wir viel über die Geschichte der Akademie, zum anderen sahen wir beispielsweise den selbstgeschriebenen Lebenslauf von Albert Einstein. Dieser wurde 1932 genau wie Marie Curie Mitglied der Akademie. Bevor das Stipendium startete, bekamen wir Schüler*innen ein Quiz per Mail. Dieses wurde nun aufgelöst und die drei besten Schüler*innen bekamen einen Preis. Ich war eine davon und habe drei außerordentlich spannende Bücher bekommen. Gegen 18:30 Uhr sind wir dann wieder in der Jugendherberge eingetroffen und haben hier zu Abend gegessen.

23. September Der dritte Tag meines Stipendiums begann um 7.30 Uhr mit dem Frühstück in der Jugendherberge. Um 8.15 Uhr liefen wir Schüler*innen dann zum Gebäude der Leopoldina.
Sowohl von außen als auch innen ist das Gebäude einfach beeindruckend. Im ersten Stock befindet sich der Festsaal, in welchem die Vorträge gehalten wurden. Die Jahreshauptversammlung begann mit einem aus drei Schülerinnen bestehenden Klaviertrio, welche ein Stück spielten. Darauf begrüßte Gerald Haug, der Präsident der Akademie, die Gäste und hielt eine Rede. Hier führte er in das diesjährige Thema Global-Health ein. Als nächstes begrüßte Bettina Stark-Watzinger, unsere Ministerin für Bildung und Forschung, die Runde online. Ebenfalls online folgte dann die Begrüßung von Abdhanom Ghebreysus, dem Generaldirektor der WHO. Als nächstes führten Lothar Wieler (Präsident des RKI) und Mike Ryan (Executive Director der WHO) einen Dialog zu Thema „Health Equity in Times Of a Pandemic“.
Von 10:15 Uhr bis 11:00 Uhr war dann erstmal Pause. In dieser hatten wir Schüler*innen zum ersten Mal die Möglichkeit, in das direkte Gespräch mit den Wissenschaftler*innen zu gehen. Nach der Pause begrüßte dann auch Reiner Haseloff (Ministerpräsident Sachsen-Anhalt) die Gemeinschaft. Daraufhin wurde feierlich der Early Career Award 2022 (eine Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler*innen, welche herausragende Leistungen aufweisen) an die Wissenschaftlerin Francesca Santoro übergeben. Sie hielt darauf eine Präsentation, mit welcher sie ihre Forschung näherbrachte. Sie forscht an Bioelektronik, welche mit Haut aber auch Gehirn interagiert. Als nächstes hielt Lothar Wieler einen Vortrag zu dem Thema „The COVID-19-Pandemic: Lessons For Global Health“.

Nach diesem war von 13:00-14:30 Uhr dann das Mittagessen angesetzt. Danach folgten drei weitere Vorträge: „The unequal Pandemic: Covid-19 and Health Inequalities“ (Clare Bambra); „Globesity – A Pandemic of Overweight“ (Gabriele Stangl) und „Neglected and Disconnected: Social Determinants of Mental Health“ (Jürgen Margraf). Alle diese Vorträge, genau wie die vorherigen und noch folgenden, waren unfassbar interessant. Nach der Pause von 16:45-17:00 Uhr haben wir Schüler*innen dann Gabriele Stangl getroffen und durften uns intensiv mit ihr unterhalten. Danach hörten wir uns den Vortrag „The Double Whammy of COVID-19 and TB in India: Countering the Social, Economic and Overall Health Impact“ an. Nach diesem sind wir Schüler*innen mit unseren Betreuer*innen Abendessen gegangen und um 20:15 Uhr haben wir uns dann den Abendvortrag. „International Health Protection and Health Equity“ von Johanna Hanefeld angehört. Gegen 22:00 Uhr bin ich dann wirklich todmüde ins Bett in der Jugendherberge gefallen. Der Tag war zwar lang und anstrengend, aber wohl mit dem folgenden Tag der interessanteste, den ich je erlebt habe. In den verschiedenen Pausen hatte ich viele Gespräche mit den Wissenschaftler*innen. Diese waren nicht nur interessant, sondern haben mich auch für meine Zukunft inspiriert.

24.September Der vierte Tag meines Stipendiums begann genau wie der dritte. In der Leopoldina gegen 08:30 Uhr angekommen, haben wir Schüler*innen mit fünf Professor*innen unterschiedlichster Fachbereiche reden können. Hierbei konnten wir auch viel über Studiengänge sprechen und haben außerordentlich viel über das Leben der Professor*innen erfahren. Danach hatten wir kurz Pause, wonach wieder Vorträge begannen. Hierbei hörten wir uns „Advancing Global Health Thinking – Evidence-based Responses to Complex Challenges“ (Eva Rehfuess) und Standardizing Health AI to Catalyze Innovation in Digital Global Health“ (Thomas Wiegand)“ an. Von 12:00-13:30 Uhr war dann Mittagspause. Nach dieser folgten weitere Vorträge: Zoonoses as a Central Topic in Global Health“ (Thomas C. Mettenleiter) und „Parasites: Drivers and Brakemen of the Global-Disease-Burden“ (Susanne Hartmann). Nach diesen haben wir Schüler*innen uns mit Herrn Mettenleiter getroffen und konnten auch ihm eine Vielzahl Fragen stellen. Er ist Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Wenn ich ehrlich bin, dann hat mir sein Vortrag am allerbesten gefallen. Den Schlussvortrag hielt dann Frauke Kraas zum Thema „Urban Health Transformation in Asia“, worauf um 17:00 Uhr das Schlusswort von Herrn Thomas Krieg, einem Vize-Präsident der Leopoldina, folgte. Zwar war die Jahreshauptversammlung nun offiziell vorbei, doch wir Schüler*innen hatten die Einladung bekommen, am Empfang und Abendessen des Präsidiums teilzunehmen. Fasse ich diesen Abend zusammen, so bin ich einfach nur begeistert, und das nicht nur weil das Essen der Hammer war. Ich habe mit sehr vielen Wissenschaftler*innen Gespräche führen können, die mich sehr beeindruckt haben. Ich habe nicht nur viel dazugelernt, ich habe auch eine Menge intelligenter und freundlicher Menschen kennengelernt. Es war wohl einer der besten Abende meines Lebens. Am nächsten Tag ging es dann leider schon wieder mit dem Zug nach Hause.

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, ich bin unfassbar dankbar für diese Erfahrung. Es hat mich sehr bestärkt, den Weg einer Wissenschaftlerin einzuschlagen. Ich hoffe, ich sehe viele der Menschen, sowohl die Wissenschaftler als auch die anderen Stipendiat*innen, irgendwann wieder. Ich habe so viele großartige Menschen kennen gelernt, Danke!

(Maja Kantlehner)

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