Geo-Exkursion zur Hochschule Geisenheim

Geo-Exkursion zur Hochschule Geisenheim

Klimawandel, Wassermanagement und nachhaltige Energiegewinnung im Weinbau

Im Rahmen einer geographischen Exkursion besuchten die Geographie-Leistungskurse die Hochschule Geisenheim im Rheingau. Vor Ort erhielten die Schülerinnen und Schüler praxisnahe Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, die sich mit den Folgen des Klimawandels und innovativen Anpassungsstrategien im Weinbau beschäftigen. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Kulturlandschaft sowie neue Konzepte der nachhaltigen Energiegewinnung.

Klimawandel im Rheingau: Wasserrückhalt und ökologische Aufwertung

Der Rheingau ist zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen. Um Herausforderungen wie längeren Trockenperioden oder Starkregenereignissen zu begegnen, werden in den Weinbergen rund um Geisenheim neue Konzepte des Wassermanagements erprobt.

Ein zentrales Element ist die Umgestaltung ehemaliger Entwässerungsrinnen. Diese wurden mäandrierend angelegt, sodass Wasser langsamer abfließt, länger in der Fläche verbleibt und zur Grundwasserneubildung beitragen kann. Gleichzeitig wird das Risiko von Hochwasser bei Starkregenereignissen reduziert.

Ergänzend dazu wurden Rückhaltemulden angelegt, die mit Kaolin, einem tonigen Substrat, ausgekleidet sind. Das Kaolin konnte direkt in Geisenheim gewonnen werden. Es sorgt dafür, dass Wasser langsamer versickert und dem Boden länger zur Verfügung steht. Die bepflanzten Mulden und Rinnen fördern zudem die Artenvielfalt und schaffen neue Lebensräume.

Ein weiterer Ansatz sind sogenannte Maxigassen zwischen den Reben. Dabei werden einzelne Flächen aus der intensiven Bewirtschaftung genommen und renaturiert. Diese Maßnahmen verbessern den Wasserhaushalt, mindern Bodenerosion und werten die Weinbergslandschaft ökologisch auf.

Energiegewinnung im Weinberg: Agri-Photovoltaik

Ein zweiter Schwerpunkt der Exkursion war die Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV) der Hochschule Geisenheim. Sie ermöglicht eine doppelte Flächennutzung: Über den Reben wird Strom erzeugt, darunter wächst weiterhin Riesling.

Die beweglichen Module reduzieren die einfallende Lichtmenge unter der Anlage um etwa die Hälfte. Dadurch verlangsamt sich die Photosynthese, die Reifezeit der Trauben verlängert sich, und es entstehen Weine mit geringerem Zuckergehalt und höherer Säure. Gleichzeitig schützen die Module die Reben vor extremer Sonneneinstrahlung und halten einen Teil des Regens ab, was den Krankheitsdruck senkt und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.

Regenwasser wird gezielt gesammelt und in Wasserspeichern unterhalb der Reben vorgehalten. In Trockenphasen kann es über Tröpfchenbewässerungssysteme genutzt werden, die – ebenso wie batteriebetriebene Geräte, etwa kleine Raupenfahrzeuge – mit dem vor Ort erzeugten Solarstrom betrieben werden.

Begleitend wird Akzeptanzforschung betrieben, um Fragen der Landschaftswirkung und möglicher Nutzungskonflikte, etwa mit dem Tourismus, zu untersuchen.

(Oliver Gies)

 

 

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