„Wie können wir an etwas erinnern, über das wir nur wenig wissen?“ – diese Frage stellte sich eine Gruppe von Q-Phasen-Schülerinnen und -Schülern zu Beginn ihrer Auseinandersetzung mit der Ausgrenzung und Vernichtung der Sinti in Wiesbaden während des Nationalsozialismus. In einer längeren Projektarbeit im Rahmen der Schülerinitiative „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ haben die Schülerinnen und Schüler Fachliteratur gesichtet, historische Orte besucht und Originalquellen im Stadtarchiv Wiesbaden analysiert.
Ihre Ergebnisse präsentierte die Projektgruppe am 8. März während der offiziellen Gedenkveranstaltung zur Deportation von 119 Wiesbadener Sinti im Wiesbadener Rathaus. Dabei berichteten Sie in sehr persönlicher Weise von ihren Gedanken und Emotionen während des Projekts und zogen Schlüsse für ihr Handeln im Alltag: „Erinnerungskultur ist kein abgeschlossener Zustand“, betonten sie in ihren abschließenden Worten. „Sie ist ein Prozess. Sie lebt davon, dass jede Generation neu entscheidet, wie sie erinnern will – und auch wir stehen in dieser Verantwortung.“
In diesem Sinne hat sich die Gruppe fest vorgenommen, die Erinnerung an die Wiesbadener Sinti auch in unserer Schulgemeinde sichtbarer zu machen und für heutige Formen des Antiziganismus zu sensibilisieren.
(Benjamin Laqua)




