Geschichts-Workshop der Q4

Nach unserer positiven Resonanz über die Teilnahme an einem Workshop des Pilecki-Instituts Berlin im vergangenen Juni über die Rettung von Juden durch polnische Diplomaten im Zweiten Weltkrieg nahmen wir, der Geschichts-LK der Q4, am Dienstag, den 22.03.2022, erneut an einem Workshop des Instituts teil. Dieser beschäftige sich mit der deutschen Besatzungs- und Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg in Polen mit dem Fokus auf die Frage, inwiefern es sich bei dem deutschen Angriffskrieg auf Polen um einen Vernichtungskrieg handelte.

Zu Beginn nahmen wir jeweils einzeln an einem Quiz teil, bei dem wir unser bisheriges Wissen über den Krieg im Osten zeigen konnten. Nach positiven Ergebnissen des Quizzes für unseren Kurs stellte uns Maximilian Steinhoff vom Pilecki-Institut im Zuge einer Kurzpräsentation anschaulich die wichtigsten Daten über den Zweiten Weltkrieg in Polen vor, beginnend mit dem deutschen Überfall auf Polen am 02.09.1939. So konnten wir einen differenzierten Blick auf das gezielte Vorgehen der Nazis gegen einen Staat gewinnen, das auf die Deportation polnischer Juden in Konzentrationslager sowie die Ermordung polnischer Intellektueller angelegt war.

Anschließend untersuchten wir in Kleingruppen verschiedene Quellen auf passende Textbelege, um in Hinsicht auf die Ausgangsfrage gezielt begründen zu können, dass es sich bei dem Krieg von NS-Deutschland in Polen um einen Vernichtungskrieg handelte. Diese Frage ließ sich bei der anschließenden Auswertung zweifelsohne mit „ja“ beantworten, da aus den mehrheitlich deutschen Quellen wie Befehlen oder Erlassen nicht nur ausdrucksstark hervorging, dass gezielt gegen polnische Zivilisten vorgegangen werden sollte, sondern auch, dass man die vollständige Zerstörung des polnischen Staates plante. Zudem belegte ein sogenannter „Gnadenerlass“ Hitlers an die Wehrmacht die rückwirkende Legitimation deutscher Kriegsverbrechen durch den NS- Staat, wodurch deutsche Kriegsverbrechen bewusst gebilligt und strafrechtlich verfolgt wurden.

Abschließend stellte man uns ein vom Pilecki-Institut entwickeltes Computerspiel vor, bei dem man sich selbst in die Rolle eines Staatsanwalts begibt, um Beweise zur Verurteilung eines NS- Kriegsverbrechers zu finden, der im realen Leben freigesprochen wurde. So ist es dem Spieler selbst möglich, die Geschichte zu verändern und einen Täter zur juristischen Verantwortung für sein Handeln zu ziehen. Das Spiel „Die Schattenjäger“ ist im Internet aufrufbar.

Wir bedanken uns herzlich bei Maximilian Steinhoff vom Pilecki-Institut Berlin für den wieder einmal sehr spannenden und außergewöhnlichen Workshop und bei Frau Schilling, die uns im Laufe unserer Zeit als Geschichts-LK an der Martin-Niemöller-Schule durch ihren Einsatz die Teilnahme an solch einmaligen Gelegenheiten ermöglicht hat.

(Luca Müller)

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