Globalisierungsseminar der PoWi-LKs Q3 in Ingelheim

Riesiger Vortragssaal, eine Leinwand in Kinogröße und Kaffeepausen in der Cafeteria. Was sich anhört wie der Tag im Leben von Studierenden, wurde auch für die Schüle*innen der beiden PoWi-Leistungskurse unserer Schule wahr, die für drei Tage in das Leben von Studierenden hineinschnuppern konnten und im hochnoblen universitären Umfeld ihrer schulischen Leidenschaft nachgehen konnten: Die Zusammenhänge von Politik und Wirtschaft entschlüsseln. Das Seminar „Die Dritte Welt im Spannungsfeld der Globalisierung – Eine Einführung in die Entwicklungspolitik“, zu dem sich die beiden Kurse nach Ingelheim in das imposante Weiterbildungszentrum der Fridtjof-Nansen-Akademie aufmachten, sollte den Schüler*innen eine willkommene Abwechslung zum Schulunterricht darbieten, bei der sie sowohl viele spannende neue Dinge erfahren und sich gleichzeitig aufs Abitur vorbereiten konnten.

Die Themenschwerpunkte lagen hierbei in der internationalen Entwicklungspolitik. Auch wurde der Blick auf die Länder Kuba und Ruanda geworfen, die Erfolge und Probleme der Entwicklungspolitik und Globalisierung verdeutlichen. Die beiden jungen Referenten, die beide Länder selbst bereist hatten, erzählten eindrucksvoll von ihren Erfahrungen im Osten Afrikas und der Karibik und machten dadurch das Gesagte für die Schüler*innen äußerst greifbar. Wer hätte denn auch ahnen können, dass Ruanda den weltweit höchsten Frauenanteil im Parlament haben könnte und der kubanische Diktator Fidel Castro sich der Öffentlichkeit so häufig im blauen Adidas-Trainingsanzug präsentiert? Referent Erik Dolch, der in seinem grauen Pullover mit hochgekrempelten Ärmeln nicht nur den äußeren Eindruck eines lockeren NGO-Mitarbeiters verkörperte, zeigte auf, dass wir mit unserem Selbstbild von Europa und Afrika oftmals auch falsche Vorurteile bedienen. Bei einem Ratespiel, an dem die Schüler*innen per Smartphone teilnehmen konnten, lag der eine oder die andere mit dem jeweiligen Tipp Tschechien oder Griechenland deutlich daneben, wenn das Bild eines Platzes aus dem fernen Afrika auf die große Leinwand des Saals projiziert wurde. Tatsächlich ist Ruanda ein Land auf dem aufsteigenden Ast, in dessen Hauptstadt Kigali es schon seit über zehn Jahren ein Plastiktütenverbot gibt und die von Präsident Kagame zum „Singapur Afrikas“ gemacht werden soll. Im Land der 1000 Hügel sprießen daher Startups aus den Böden, die Wirtschaft wächst im Jahr 7%, doch auf der anderen Seite arbeiten ¾ der Bevölkerung als Bauern und die Bevölkerung wächst rasant an. Welche Probleme dadurch entstehen können und welche Rolle hierbei Präsident Paul Kagame spielt, der mit 98% der Stimmen wiedergewählt wurde, dafür wurde den Schülern ebenso der Blick geschärft.

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, fanden die Schüler*innen aber auch in gemeinsamer Gruppenarbeit heraus. Über Smartphones, QR-Codes und interaktive Arbeit mit der Videoleinwand, konnten die Schüler per Mikrofon ihre Ergebnisse einander präsentieren, was den Spaß- und Motivationsfaktor weiter in die Höhe schraubte. So lernten die Schüler*innen alles darüber, mit welchen Entwicklungsproblemen Länder der Dritten Welt zu kämpfen haben, warum der Begriff „Dritte Welt“ auch kritisch beäugt werden muss und wie Lateinamerika unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat. Mit großem Enthusiasmus brachten sich alle in die Diskussion ein und zeigten, was sie selbst von zu Hause und aus den Medien wussten, sodass es sich selbst die Lehrer nicht verkneifen konnten, hin und wieder an der bunten Diskussion mitzumischen.

Das Feedback am Ende des Seminars war, wie nicht anders zu erwarten, durchweg positiv und die drei Tage in Ingelheim wurden bei gleichzeitig großem Wissens- und Erfahrungszuwachs sehr genossen.

(Laurenz Breitinger)

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