MINT-EC Camp Verhaltensbiologie Wiesbaden 2026 – Wissenschaft authentisch erleben

MINT-EC Camp Verhaltensbiologie Wiesbaden 2026 – Wissenschaft authentisch erleben

Vom 17. bis 20. März 2026 kamen 19 Schülerinnen und Schüler aus MINT-EC-Schulen aus ganz Deutschland in Wiesbaden zusammen, um im Rahmen eines mehrtägigen Camps gemeinsam zu forschen, zu diskutieren und neue Perspektiven zu gewinnen. Neben der fachlichen Auseinandersetzung mit verhaltensbiologischen Fragestellungen im Opelzoo Kronberg, stand vor allem das gemeinschaftliche Erleben von Wissenschaft im Mittelpunkt.

Bereits der Auftakt am Dienstag setzte einen besonderen Akzent: Bei einer Stadtführung mit unserem Geschichtslehrer Dr. Benjamin Laqua erhielten die Teilnehmenden einen lebendigen Einblick in die Geschichte Wiesbadens. In anekdotischer und zugleich fundierter Weise wurde deutlich, wie sich die Stadt zur Kurstadt entwickelte, welche kolonialen Verflechtungen bestanden und welche Spuren die Zeit der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung hinterlassen hat. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart regte zum Nachdenken an und eröffnete erste intensive Gespräche innerhalb der Gruppe.

Am Mittwoch begann die wissenschaftliche Arbeit im Opelzoo. Nach einer Einführung in der Zooschule und einer thematischen Führung zur Verhaltensbiologie arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen eigenständig an verschiedenen Gehegen. Sie beobachteten Tiere, erhoben Daten und diskutierten erste Ergebnisse, wobei sowohl analoge als auch digitale Methoden zur Datenerfassung genutzt wurden und die Teilnehmenden so die Veränderung von Forschung durch Digitalisierung live erleben durften. Mit der Fütterung und direkten Tierbegegnungen in der Voliere der Lemuren wurden Erlebnisse geschaffen, die vermutlich bei den Teilnehmenden weit über das Camp hinaus in Erinnerung bleiben dürften.

Am Abend ging es das erste Mal direkt zu uns in die Martin-Niemöller-Schule: Die im Mathematisch-naturwissenschaftlichen Club entwickelten Projektthemen wurden in Form von Postern präsentiert und Carolina Pörtner und Hannah Engel aus dem Leistungskurs Chemie hielten einen aufschlussreichen Vortrag zu ihrem Projektthema „Lashcocaine – Ein Wimpernschlag vom gesundheitlichen Albtraum entfernt!“. Hannah Engel war zugleich Teilnehmende am gesamten Camp. Im Anschluss gab Sherwin Katzer, ein ehemaliger Schüler der MNS, persönliche Einblicke in seinen Werdegang, stellte seine Masterarbeit vor und berichtete von seinem Weg ins Studium (Bachelor Umweltschutz und Master Ökologie und Evolution) und Berufsleben, wobei die Teilnehmenden die Gelegenheit hatten, individuelle Fragen zu stellen und authentische Antworten für ihre eigenen Zukunftsentscheidungen zu erhalten.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der erneuten Datenerfassung, Auswertung und Vertiefung. Die Fütterung der Giraffen schuf eine motivierende Abwechslung. Zurück in der Zooschule analysierten die Gruppen ihre erhobenen Daten und bereiteten eigene Präsentationen vor.

Den gelungenen Abschluss bildete der Freitag wieder an der Martin-Niemöller-Schule. In kurzen Präsentationen stellten die Teilnehmenden ihre Forschungsergebnisse vor und diskutierten diese mit Schülerinnen und Schülern aus der Oberstufe der Martin-Niemöller-Schule. Die Beiträge spiegelten nicht nur fachliche Kompetenz wider, sondern auch die Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten.

Das MINT-EC Camp in Wiesbaden war damit weit mehr als eine reine Fachveranstaltung: Es bot Raum für inspirierende Begegnungen, förderte den Austausch zwischen engagierten jungen Menschen und stärkte ein Gemeinschaftsgefühl, das über die Tage hinaus Bestand haben wird. Die Kombination aus wissenschaftlicher Praxis, persönlichem Austausch und gemeinsamen Erlebnissen machte das Camp zu einer rundum bereichernden Erfahrung.

(Sebastian Röder)

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