Wie bringt man Schülerinnen und Schüler aus unzähligen Zubringerschulen und die alten Hasen aus dem höheren Jahrgang zusammen und motiviert sie dabei auch noch für den Bereich MINT? Das war die Fragestellung, mit der das MINT-Team der Martin-Niemöller-Schule zusammen saß und das Projekt „Museumstag“ entwickelte. Die gesamte E und Q1 Phase konnte sich in insgesamt 8 Angebote in sechs verschiedenen Museen des Rhein-Main-Neckar-Raums einwählen:

Eine Gruppe ließ es im Chemikum Marburg knallen und rauchen. „Vom eigenständigen Lernen des Unterschiedes zwischen Floureszenz und Phosphoreszenz bis hin zum schmerzhaften Kennenlernen von Trockeneis war für jeden etwas dabei. Jede Gruppe durfte selbstständig Stationsexperimente auswählen und durchführen.“ (Julian Sebastiany). Ein Teil der Reisegruppe stieg bereits in Gießen aus dem Zug, wo sich die Schülerinnen und Schüler im Mathematikum auf die Spuren des Themas „Zufallsversuche“ begaben. „Die Zeit ist schnell verflogen“, lobte ein Schüler den kurzweiligen Besuch. Auch die Gestaltung der Ausstellung fand Lob: „Die Exponate waren schon für Kinder begreifbar und dennoch auch für uns Oberstufenschüler interessant“, sagte eine Schülerin auf der Heimreise. Spaß hat der Tag in jedem Fall gemacht: „Die Fahrt war sehr lustig“, resümierte eine Schülerin die Exkursion kurz vor deren Ende. Ein ganzer Bus setzte sich in Richtung Heidelberg in Bewegung. Hier besuchte ein Teil der Reisegruppe die Körperweltenausstellung „Anatomie des Glücks“ und der Rest das Apothekenmuseum im Heidelberger Schloss, wo neben einer Führung noch zwei Praxisworkshops angeboten wurden, die das klassische Handwerk von Pharmazeuten vermittelten. „Das Apothekenmuseum in Heidelberg ist mit historischen Szenen und Bildern aus verschiedenen Epochen gestaltet, die die Entwicklung der Medizin über die Jahrhunderte zeigen. Durch verschiedene Ausstellungsstücke, die teils noch originale Stücke sind, wirkt das Museum lebendig und sehr interessant. Auch der anschließende Workshop zum Herstellen von Salben hat viel Spaß gemacht, da man genau sehen konnte, aus was eine Salbe besteht und wie sie hergestellt wird.“ (Emily Lewin). Ein zweiter Bus fuhr auch in Richtung Baden Württemberg mit dem Ziel Technoseum Mannheim. Neben einer freien Besichtigung des Museums standen zwei Praxisworkshops auf dem Programm. Im 3D-Workshop wurde es sehr kreativ. In Kleingruppen erstellten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe einer entsprechenden Software kleine 3D-Formen, die sie dann im Januar zugeschickt bekamen. In enger Verzahnung zur Bionik-Ausstellung des Museums experimentierten die Schülerinnen und Schüler im Bionik-Workshop. In kleinen Versuchen konnten sie Strukturen und Funktionsprinzipien aus der Natur auf technische Entwicklungen übertragen. Einen wirklich kurzen Anreiseweg hatte eine Schülergruppe zum Museum Wiesbaden. In drei Gruppen konnten hier die Schülerinnen und Schüler die drei Aufgabenbereiche „Sammeln und Bewahren – Wie arbeitet ein Präparator? Woher stammen die Tiere?“, „Ausstellung“ und „Forschen und Vermitteln“ eines Museums teils praktisch kennenlernen und sogar selber Museumsarbeit gestalten.

Insgesamt konnten die fast 200 Schülerinnen und Schüler ziemlich viele Einblicke in verschiedene Bereiche der Naturwissenschaften gewinnen. Konstruktiv dabei war auch das breite und ehrliche Feedback fast aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so dass auch das Organisationsteam für zukünftige Veranstaltungen neue Ideen mitnehmen konnte. Dankenswerterweise wurde der Museumstag vom Förderverein der Schule großzügig unterstützt, indem er die Hälfte der Gesamtkosten übernahm.

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