Q2 im Industriemuseum Rüsselsheim

Am Morgen des 11.02.2019 machten sich die frischen Q2-Schüler der Martin-Niemöller-Schule bei klirrender Kälte und Minusgraden bereit für eine informationsreiche Exkursion nach Rüsselsheim, im Zuge der die industrielle Entwicklung in Deutschland am Beispiel von Opel erarbeitet werden sollte.

So bekommt ein Thema, welches nicht nur von den üblichen chronologischen Geschichtsstunden abweicht, auch noch einen lokalen Aspekt durch die Entwicklung der Automobilbranche im Rhein-Main Gebiet .

Hierbei lag der Fokus speziell auf den Ursachen, dem Verlauf und den Auswirkungen der Industrialisierung für die Stadt Rüsselsheim und die nähere Region. Kleinere, aber dennoch enorm interessante Begleiterscheinungen, wie der für die Industrialisierung grundlegende technische Fortschritt, kamen ebenfalls nicht zu kurz.

Wir trafen uns allesamt mit den begleitenden Geschichtslehrern am Wiesbadener Hauptbahnhof um 8 Uhr morgens und fuhren mit der S-Bahn nach Rüsselsheim. Anschließend folgte noch ein kleiner Fußmarsch zum Museum. Allerdings konnte bei diesem kurzen Gang durch die Straßen bereits ein kurzer Blick auf die Stadt Rüsselsheim geworfen werden, welcher zeigte wie industriell die Stadt geprägt ist.  Besonders deutlich wurde dies an den Wohnhäusern, denn während die eine Seite der Stadt aus großen Wohnhäusern besteht, zeigt die andere Seite identisch aneinander gereihte Mehrfamilienhäuser, die alle identisch aussehen und wahrscheinlich für die Arbeiter der Werke gefertigt wurden.

Am Museum angekommen versammelten sich die einzelnen Gesichtskurse. In diesen Gruppen fanden sich anschließend Vierer- bis Fünfergruppen, die nach dem Vortrag im Museum themenspezifische Plakate erstellen sollten.

Es folgte eine Führung durch die Museumsausstellung. Im Museum war der Fortschritt der Technik (von der kleinen Schmiedewerkstatt zum Fließband und Robotern), aber auch die Geschichte Opels (von Nähmaschinen zum Automobil) und die aus beiden Aspekten resultierende Entwicklung der Stadt Rüsselsheim und Umgebung ab dem frühen 19. Jahrhundert bis heute ausgestellt. Besonders wert wurde bei dem Vortrag auch auf Einzelschicksale gelegt, um die Auswirkungen auf das Individuum zu verdeutlichen. Trotz der männlichen Dominanz im 19. Jahrhundert wurde nicht außer Acht gelassen, welchen Einfluss die Industrialisierung auch auf Frauen und die Emanzipationsbewegung hatte. So wurden Frauen zunehmend wichtiger als Arbeitskraft und erlangten so erste Bedeutung in der Wirtschaft. Dennoch gab es auch negative Seiten, denn der Umgang mit giftigen Chemikalien führte oft zu Krankheiten oder Blindheit, auch für die Kinder, die die Arbeiterinnen zur Arbeit mitnehmen mussten, um auf sie aufzupassen.

Nach der anschließenden Mittagspause begann für die Kurse nun die Arbeit an den themenspezifischen Plakaten. Die Ausarbeitung der Themen erfolgt mit großer Sorgfalt, manchmal so großer, dass die Plakate noch im letzten Moment fertig wurden. Umso ordentlicher und ansehnlicher war jedoch anscheinend auch das Ergebnis.

(Annabelle Hennemann)

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