Q2 im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim

Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Region im Wandel der Zeit

Am Montag, dem 18. Juli 2022, trafen sich gegen 8 Uhr alle Q2-Geschichtsschüler und -schülerinnen der drei Grundkurse Jindrova, Nebeling und Schilling sowie des Leistungskurses Schmiz mit ihren Lehrern und Lehrerinnen am Wiesbadener Hauptbahnhof, um für einen Projekttag gemeinsam nach Rüsselsheim in das Stadt- und Industriemuseum zu fahren.

Bereits während der einstündigen Zugfahrt tauschten sich einzelne Schüler/innengruppen über den bevorstehenden Projekttag aus und spekulierten, was sie erwarten würde. Als sie in Rüsselsheim im Stadt- und Industriemuseum ankamen, wurde die Q2 zunächst herzlich begrüßt und im Anschluss über den Ablauf des Programms aufgeklärt. Die ersten beiden Kurse begaben sich in die Welt der Industrialisierung des Museums mit zwei freundlichen Museumsführern. Die einstündige Führung war nicht nur sehr interessant, sondern zudem überaus informations-, lehrreich und wissensbereichernd. Außerdem war die Führung sehr strukturiert, denn die Ausstellung bot vielfältige Einblicke in die Industrialisierung von der Frühgeschichte des 19./20. Jahrhunderts bis zur globalisierten Gegenwart. Der Entwicklungsprozess der Industrialisierung war an den einzelnen Führungsstationen sehr real und dadurch nachvollziehbar dargestellt, die vielen Bilder aus der damaligen Zeit erlaubten den Schülern und Schülerinnen einen unmittelbaren Eindruck des damaligen Lebens und der damaligen Arbeit. Es gab verschiedene Abteilungen, so zum Beispiel die Abteilung „Maschinenzeit: Eine Landgemeinde wird Industriestadt“, bei der Wagner und Dorfschmied vor Augen führten, wie sich das Handwerk im Zeitalter der Industrialisierung auf neue Produkte und Werkzeuge einstellen musste. Dabei wurden Arbeits- und Alltagsbedingungen werden gleichermaßen in den Blick genommen. Parallel zu der Entwicklung Rüsselsheims vom Dorf zur Stadt (Infrastruktur, Wohnungsbau) wiurde die Entwicklung der Manufakturen und Fabriken veranschaulicht. Die Gruppe erfuhr unter anderem, wie aus der Handwerkerfamilie Opel nun Fabrikanten wurden und wie sich die 1924 eingeführte Fließbandarbeit auswirkte. Weitere Aspekte der Regionalgeschichte waren der Militarismus der Kaiserzeit, der Erste Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus. Die Abteilung „Weltzeit“ veranschaulichte die Stadt- und Opel-Werksgeschichte von 1945 bis in die Gegenwart. Die Abteilung „Ortszeit: Rüsselsheim seit dem Mittelalter“ führte die Gruppe von den Anfängen des fränkischen Dorfes im Frühmittelalter bis in die ausgehende Frühe Neuzeit. Des Weiteren wirkte die Führung durch eine ständige Interaktion mit den Schülern und Schülerinnen sehr lebendig, sodass es nicht langweilig wurde. Die Gruppe durfte viele Fragen beantworten und einige Vermutungen über Industrialisierungsprozesse, Arbeitsweisen und Lebensbedingungen der Menschen anstellen. Zudem gab es viele kurze Informationstexte zu den Ausstellungen sowie Hörstationen, an denen Personen der damaligen Zeit zu den Schülern und Schülerinnen selbst gesprochen haben, beispielsweise stellte eine Dorfschmiedstochter ein Gedicht über das Leben ihrer Familie und die Geschichte der „Familienschmiede am Löwengässchen“ dar.

Ebenso gab es einige Originalausstellungsstücke der damaligen Zeit, wie zum Beispiel ein Teil eines Fließbands, aber auch einige nachgebaute und realitätstreue Ausstellungsstücke des 19./20. Jahrhunderts, zum Beispiel Fahrräder oder Handwerksgeräte. Außerdem wurde während der Führung vor allem die Rolle der Firma Opel während des Industrialisierungsprozesses gesondert erklärt und die Bedeutsamkeit des Unternehmens hervorgehoben. Darüber hinaus wurde der Entwicklungsprozess der Firma Opel bis zur heutigen Zeit veranschaulicht, die 1862 von Adam Opel in Rüsselsheim gegründet wurde und erst Nähmaschinen, aber auch Fahrräder (1886–1937) und ab 1899 Automobile herstellte.

Nach der ersten Führung wurde getauscht und die anderen beiden Kurse durften die Führung genießen. Während einer Führung durften sich die anderen beiden Kurse auf zwei Räume verteilen, in denen Gruppentische für die Projektarbeit bereitstanden. Diese bestand darin, ein Ausstellungsplakat zu fünf Teilthemen zu erstellen: „Alltagswelt, Frauenleben und Frauenarbeit“, „Arbeiterbewegung, Rolle der Gewerkschaften, Soziale Frage (Bezug zu Rüsselsheim und Opel)“, „Industrialisierung: Von der Dampfmaschine zum Fließband“, „Von Krieg zu Krieg – die Rolle der Firma Opel in den beiden Weltkriegen“ sowie „Migration und Gastarbeiter (am Beispiel der Opel AG Rüsselsheim)“. Des Weiteren bekamen alle Gruppen für diesen Auftrag große Plakate, die es schön und informationsreich zu gestalten galt. Außerdem bekam jede Gruppe reichlich Informationsmaterial sowie buntes Papier und Stifte, um die Plakate ästhetisch zu gestalten. Die Schüler und Schülerinnen aller 4 Kurse waren begeistert, bemüht und ehrgeizig an ihren Gestaltungen der Plakate dabei. Die Gruppen tauschten sich miteinander aus und liefen zu einzelnen Ausstellungsbereichen, um die Plakate mit detailreichen und vielfältigen Informationen füllen zu können. Nach zwei Stunden eifriger Arbeit waren schließlich alle Plakate fertig erstellt und die Schüler und Schülerinnen waren sehr zufireden.
Am Ende des gemeinsamen Projekttags der Q2 im Fach Geschichte im Stadt- und Industriemuseum in Rüsselsheim war zwar der Großteil der Gruppe erschöpft, jedoch hatten alle einen interessanten und lehrreichen Tag erlebt und die Möglichkeit gehabt, verschiedene vielfältige Einblicke in den Industrialisierungsprozess sowie die Arbeitswelt und das Leben der Menschen zu dieser Zeit bekommen zu können.

(Tamina Berg)

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