Versailles in Darmstadt?

Am 11.03.2020 haben wir, die E03 und Herr Stoffel, eine Exkursion nach Darmstadt unternommen – auf den Spuren des Absolutismus und der Aufklärung. Nach der Ankunft lernten wir in einem Referat die Stadtgeschichte Darmstadts kennen und machten uns einen ersten Eindruck vom Zentrum der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört wurde und sich auf den ersten Blick wenig ansehnlich zeigte. Danach besuchten wir das Residenzschloss: Schon beim Betreten des Schlossgeländes war eine Ähnlichkeit zu DEM Schloss des Absolutismus, Versailles, zu sehen. Wie wir später in der Führung durch das Schlossmuseum erfuhren, ist dies der Verwandtschaft beider Adelsgeschlechter geschuldet. Ernst Ludwig, Großherzog, sammelte auf seiner Kavaliersreise nämlich viele Inspirationen im Schloss des Sonnenkönigs und wollte in Darmstadt sein eigenes kleines Versailles schaffen. Nach zehn Jahren Bauzeit war sein Geldbeutel allerdings leer und das Schloss noch nicht fertig. In der Führung durch das Schloss erhielten wir auch einen Einblick in das Leben am Hof: detailreich geschilderte Anekdoten machten den gelernten Stoff lebendig. Zur Ergebnissicherung bearbeiteten wir noch ein Arbeitsblatt und diskutierten anschließend über die gewonnenen Erkenntnisse. Wohlverdient hatten wir anschließend Zeit zum Mittagessen. Thema des zweiten Teils unserer Exkursion war der Jugendstil. Ziel dafür war die Mathildenhöhe, Darmstadts höchster Punkt über dem Meeresspiegel und sicherlich auch ein Höhepunkt des Tages. Die Mathildenhöhe wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts einer Künstlerkolonie zur Verfügung gestellt. Neben einem Hochzeitsturm, einer russischen Kapelle und einem Platanenhain sind viele Statuen und Künstlervillen zu sehen. In der uns zur Verfügung gestellten Zeit, das Gelände zu erkunden, sollten wir ein literarisches Andenken an den Ort verfassen. Im Zug zurück nach Wiesbaden kam wohl kaum einer zu einem anderen Fazit: Der Tag in Darmstadt war super: interessant, aufschlussreich, aber nicht überfrachtet. Gerne wieder!

(Ferdinand v. Stuckrad-Barre)

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