Virenschutz auf Kosten der Freiheit?

Am 17.12.2020 haben die drei Powi-Leistungskurse der Q1 und Q3 der Martin-Niemöller-Schule an einem Online-Planspiel zum Thema „Virenschutz auf Kosten der Freiheit?“ des Netzwerkes „planpolitik GbR“ teilgenommen. Angeboten wurde dieses Planspiel über den Hessischen Landtag. Wir Schüler sind in die Rollen von Abgeordneten des fiktiven Staates Fontanien geschlüpft, um über einen Gesetzentwurf zur Eindämmung des Corona-Virus zu beraten. Ein hoch aktuelles Thema also, mit dem wir alle täglich konfrontiert sind. Vor dem Hintergrund der pandemiebedingten raren Möglichkeiten für Exkursionen und Seminare, die sich für Powi-LKs in „normalen“ Zeiten eigentlich ergeben, waren wir Schüler alle sehr froh darüber, dass das Online-Planspiel auch von Zuhause aus möglich war und uns eine Abwechslung vom regulären Schulalltag und besonders vom „Homeschooling“ bot. Nachdem fast alle kleineren technischen Probleme überwunden werden konnten, starteten wir um 10 Uhr mit der Verteilung der Rollen, der Zuteilung zu einer fiktiven Partei und einem Ausschuss. Mit dem Einlesen in unsere Rolle und der Beratung innerhalb der Fraktion, alles in separaten Zoom-Konferenzen, starteten wir im Gesundheits- oder Innenausschuss in rege Diskussionen. Über die Planspiel-Plattform „Senaryon“ konnte dann über zwei Gesetzesentwürfe zur Maskenpflicht und der Impfung abgestimmt werden.

Während sich schnell eine Meinung zur Mund-Nasen-Bedeckung in Innenräumen und an gut besuchten Orten auch in der Öffentlichkeit geeinigt werden konnte, wurde es bei dem Priorisieren bezüglich der Impfung und einer möglichen Impfpflicht schon schwieriger. Besonders standen hier für die meisten die Risikogruppen und die Menschen aus systemrelevanten Berufen im Vordergrund und auch die wirtschaftlichen Faktoren wurden nicht außer Acht gelassen. Besonders im Gesundheitsausschuss wurde bis zur letzten Minute über ein mögliches Gesetz diskutiert, wobei wir uns hier sogar noch mehr Zeit und Hintergrundwissen für eine noch tiefer gehende Debatte gewünscht hätten. Für die meisten von uns war das Schlüpfen in eine andere Rolle besonders interessant, während es denen, die die Position von verharmlosenden Leugnern einnahmen, durchaus schwer viel, sich mit dieser Figur zu identifizieren. Als wir abschließend alle noch einmal aus unseren Rollen herausgetreten sind und unsere eigene Meinung äußerten, ist uns allen klar geworden, dass die momentanen Maßnahmen zwar eine Herausforderung für uns alle bedeuten, wir aber grundsätzlich mit den aktuellen Regelungen zufrieden sind und diese mittragen, was einen durchaus positiven Abschluss des Tages und einen ermutigenden Start in die bevorstehenden Wochen darstellt.

Weitere Informationen sind unter https://hessischer-landtag.de/jugend/start zu finden.

(Louisa Nolte, Q3)

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