Begegnungsfahrt Ramsgate

Internationale Begegnungsfahrt nach Ramsgate, England

Mittlerweile bewährt hat sich das Konzept der Begegnungsfahrt nach Ramsgate (England) an der MNS. Der gelungene Mix aus Ausflügen, Wanderung, Sightseeing, Stadtführungen, Freizeit sowie einem (durch freundlichen aber bestimmten Druck seitens der zwei begleitenden Lehrkräfte realisierten) hohen Sprachumsatz findet bei den mitreisenden Schülerinnen und Schülern großen Anklang.

Zu zweit oder dritt untergebracht in englischen Gastfamilien haben die Schülerinnen und Schüler im Frühjahr (parallel zum Frankreichaustausch) Gelegenheit, die englische „haute cuisine“ und typische Lebensweise kennenzulernen und beim Abendessen ihren Gasteltern (in English, of course!) von den gemeinsamen Erlebnissen des Tages zu erzählen.

Dabei ist das Highlight sicherlich der Tag in London mit einer eindrucksvollen Führung und anschließender Freizeit, die einige Schülerinnen und Schüler zum weiteren Sightseeing, die meisten anderen jedoch erfahrungsgemäß zum Shoppen in der Oxford Street nutzen. Doch auch der Besuch kleiner authentischer Örtchen wie Sandwich und Whitstable, der Küstenspaziergang von Ramsgate ins malerische Broadstairs sowie der Abschlusstag in Canterbury begeistern die Schüler und hinterlassen bleibende Eindrücke.

Bei allen Aktivitäten stehen das Überwinden von Hemmungen, sich in der Fremdsprache zu verständigen, sowie ein möglichst hoher individueller Sprachumsatz im Fokus.

  

Erfahrungsbericht
Austausch mit Montfort im März und April 2017

Am 23.April 2017 ging es los. Wir trafen uns am Moltkering und stiegen dann in den Bus, in dem wir die nächsten 12 Stunden verbringen sollten. Das hört sich erstmal nach einer ziemlich langen Zeit an, aber irgendwie ging es total schnell rum. Man unterhielt sich, spielte Karten, guckte aus dem Fenster oder schlief einfach ein bisschen. Und eh wir uns versahen, waren wir schon in Montfort angekommen.

Montfort ist nicht sonderlich groß, aber ziemlich hübsch, es hat eher ländlichen Charakter.

Vor der Schule hielt der Bus und dort warteten auch schon unsere Austauschpartner bzw. Austauschpartnerinnen. Diese waren ja bereits bei uns gewesen, deshalb kannte man sich schon.

Nach einer kurzen Begrüßung ging ich dann mit meinem Austauschpartner und seinem Vater zu ihnen nach Hause, wo auch die Mutter gespannt auf uns wartete. Anfangs hatte ich Angst gehabt, dass unangenehmes Schweigen entstehen würde, aber das war nicht der Fall. Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl lieferte gleich ein Gesprächsthema und auch wenn ich selbstverständlich nicht alles verstand, überraschte es mich, wie gut ich dem Gespräch folgen konnte. Und Dinge wie: «L’élection est très importante pour l’Europe et pour l’Allemagne» (Die Wahl ist sehr wichtig für Europa und für Deutschland) bekam ich dann doch noch hin.

Ich überreichte noch die Gastgeschenke, dann aßen wir zu Abend. Sowohl an diesem wie auch an den weiteren Abenden schmeckte es sehr gut, eben die „gute französische Küche”.

Am nächsten Tag gingen wir mit den Austauschpartnern mit zur Schule, wo wir in der Mensa gemeinsam frühstückten (und bei der Gelegenheit herausfanden, dass man in Frankreich Kakao aus Schüsseln trinkt). Anschließend gingen wir mit in den Unterricht, was eigentlich auch ganz interessant war. Man verstand zwar nicht alles, aber es reichte aus, um Vergleiche zu unserem Unterricht in Deutschland zu ziehen, der eigentlich gar nicht so viel anders war. Nach einem leckeren Mittagessen in der Mensa gingen wir dann nach Rennes. Dort gab uns der französische Geschichtslehrer Monsieur Russon eine Führung. Und obwohl er Französisch redete, verstanden alle, was er sagte. Zusätzlich dazu vermittelte er uns sein Wissen auf eine witzige und abwechslungsreiche Art – ich glaube, das war die interessanteste Führung, die ich je mitgemacht hatte. Und außerdem ist Rennes auch eine wirklich schöne Stadt.

Nachdem wir auch etwas Zeit für uns hatten, fuhren wir zurück nach Montfort, wo wir wieder abgeholt wurden.

Am nächsten Tag stand der Ausflug zum Mont-Saint-Michel an – ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Dieses Kloster steht auf einem Felsen im Meer und ist uralt. Dort machten wir eine Audioguide-Tour (diesmal auf Deutsch), bei der wir das Gebäude auch von innen erkunden konnten. Dort war es wirklich wunderschön, angesichts dieser hohen Säle und den dicken Steinmauern, die den Gezeiten trotzen, wurde man beinahe ehrfürchtig.

Anschließend machten wir noch einen Abstecher zur Stadt Fougères, wo wir wieder ein bisschen umherlaufen und shoppen gehen konnten.

Am Mittwoch war nicht so viel Programm geplant – zumindest nicht von der Schule aus. Erst nahmen wir wieder am französischen Unterricht teil, danach schauten wir uns in Montfort noch einmal genauer um.

Dann unternahmen wir etwas mit unseren Austauschpartnern bzw. Austauschpartnerinnen: Wir fuhren wieder nach Rennes, diesmal lernten wir die Stadt aber von einer anderen Seite kennen. Denn statt einer Geschichtsführung zeigten uns unsere Austauschpartner bzw. Austauschpartnerinnen die besten Shoppingmeilen der Stadt. Außerdem gingen wir etwas essen und auch in einen Park – bis es zu regnen begann und wir alle unter einen Baum flüchteten, was auch irgendwie lustig war.

Auch der nächste Tag hielt so einiges für uns auf Lager. Wir fuhren nach Nantes, um unter anderem „Les Machines” zu besichtigen, auch von einem Elefanten war die Rede. Darunter konnten wir uns natürlich erst mal wenig vorstellen. So liefen wir durch die Stadt und kamen schließlich zu einem Platz, wo wir eine Pause machten, bis auf einmal ein lautes, dröhnendes Tröten erklang. Und wenig später kam er dann, der zwölf Meter hohe, hölzerne Elefant. Man muss es gesehen haben, um es sich vorstellen zu können. Es war einfach Wahnsinn, wie er sich bewegte, den Rüssel schwenkte. Es wirkte täuschend echt, irgendwie lebendig und dadurch beinahe unheimlich. Ich konnte den Blick einfach nicht von dem Elefanten lösen. Umso mehr freute ich mich, als dann klar war, dass wir auf dem Elefanten „reiten” dürfen. Dazu stiegen wir über eine Treppe in seinen „Bauch”. Von dort aus konnte man entweder nach oben, oder auf die Seitenbalkone gehen. Dann lief er los. Die Maschinen brummten laut, als er sich in Bewegung setzte. Es war wirklich eine schöne Erfahrung, ich schaute die ganze Zeit zum Kopf des Elefanten. Sogar seine Augen bewegten sich, er blinzelte sogar, wackelte auch mit den Ohren.

Danach begann es zu regnen, allerdings zum Glück erst dann, als wir eh wieder in unseren Bus stiegen. Vorher hatte die ganze Zeit die Sonne geschienen.

Ehe wir uns versahen, brach dann schon der letzte Tag an, der mein persönliches Highlight wurde (und ich glaube nicht nur meins). Der Ausflug ging diesmal nach Saint-Malo. Eine kleine, alte Stadt, mitten im Meer, von einer riesigen Stadtmauer umgeben. Freundlicherweise durften wir diesmal gleich alleine umherlaufen, wir bekamen bloß eine kleine Stadtrallye mit, die mehr Spaß machte als gedacht. Sonst schauten wir uns einfach um. Wir picknickten, gingen an den Strand, schauten uns unzählige süße Lädchen und alte Häuser an. Die Sonne schien eher weniger, aber der graue Himmel und der starke Wind verliehen der Stadt eine besondere, beinahe surreale Atmosphäre.

Abends gingen ein paar von uns, darunter auch ich, samt Austauschpartnern bzw. Austauschpartnerinnen zu McDonalds, was wirklich ziemlich lustig war. Als mir dann klar wurde, dass es schon der letzte Abend war, wurde ich irgendwie etwas traurig. Gerade jetzt, wo alles sich so vertraut anfühlte, wo man sich richtig unterhielt, wo man sich wirklich kennen gelernt hatte, war es schon vorbei.

Am nächsten Tag fuhren wir dann ab.

Und ich muss sagen, dass ich rundum zufrieden mit dem Austausch war. Natürlich hatte ich am Anfang so meine Zweifel, besonders, da mein letzter Austausch nach Frankreich nicht ganz so toll gewesen war. Aber jetzt bin ich wirklich froh, mich dafür entschieden zu haben. Nicht nur, dass es total Spaß gemacht hatte, ich habe auch das Gefühl, etwas dazugelernt zu haben und vor allem auch insgesamt sicherer im Umgang mit der französischen Sprache geworden zu sein. Deshalb würde ich den Austausch absolut weiterempfehlen, es war wirklich eine tolle Erfahrung.

(Serafina Schneiberg)