Chance auf Erfolg

Im Rahmen des im Schulprogramm der Martin-Niemöller-Schule verankerten Bausteins „Stärken fördern, Schwächen beheben” wird ausgewählten Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase in der ersten Woche der Osterferien an vier Tagen die Möglichkeit gegeben, Fertigkeiten in den Fächern Deutsch und Englisch zu verbessern. Nach einer Diagnostik des individuellen Lernstands durch die unterrichtenden Fachlehrer und in Abstimmung mit der Zeugniskonferenz werden bis zu 20 Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase eingeladen, an diesem kompensatorischen Vorhaben teilzunehmen.

Die Schülerinnen und Schüler werden ihre Kompetenzen an jedem Tag dieser ersten Osterferienwoche in beiden Fächern fortentwickeln können. Die Arbeitszeiträume sind festgelegt auf 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Dem Sekretariat unserer Schule liegen die verbindlichen Anmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits vor.

In diesen Tagen arbeiten insgesamt vier Fachlehrerinnen an der Präzisierung  der pädagogischen und didaktischen Ausgestaltung der „Chance auf Erfolg”, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmerschaft ausgerichtet wird.

Jahresbericht 2021

Schule in den Ferien? Diese Annahme assoziiert vermutlich eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern mit einer unschönen Vorstellung und sie steht in gewisser Weise im Gegensatz zu der wesentlichen Intention der Ferien, nämlich dem Genuss von Freizeit und Erholung. Nach den vier Tagen „Chance auf Erfolg“ erwies sich jedoch das Vorhaben aus meiner Perspektive als eine empfehlenswerte und bereichernde Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase der Martin-Niemöller-Schule, um in gewissem Maße Schwächen in den Fächern Deutsch und Englisch zu kompensieren und mehr Selbstbewusstsein in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Wir konnten wieder zur Schule gehen, Normalität erleben. Normalität, ein Zustand, den wir uns aufgrund der aktuellen pandemischen Situation nur in möglichst naher Zukunft wieder vorstellen und erhoffen können. Mithilfe des Programms konnten zumindest die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder ein Stück weit „normalen“ Präsenzunterricht erfahren und auf physischer Ebene mit Mitschülerinnen und Mitschülern kommunizieren, anstatt über technische Geräte von Zuhause. Zudem gab es aktive Unterrichtsgespräche mit Augenkontakt zwischen Lehrer und Schüler. Dies macht einen erheblichen Unterschied zum virtuellen Unterrichtsgespräch während des Homeschoolings aus – ein Stück weit Normalität eben, wofür ich unglaublich dankbar bin.

Inhaltlich befassten wir uns mit diversen Strategien und Methoden, die eine gründlichere Textarbeit und die Verbesserung von Textzusammenfassungen und Analysen zum Ziel haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die fachlichen Kompetenzen innerhalb von vier Tagen gravierend erweitert werden, ist zwar nur begrenzt realistisch, allerdings lag der Fokus des Programms vielmehr auf dem Üben von Methoden, um sie mit eigenem Engagement zukünftig einzusetzen und sich dabei potenziell zu verbessern. Eine Art „Sprungbrett“ für die weitere Schulzeit, könnte man sagen. Des Weiteren war die Lernatmosphäre sehr angenehm und es bestand kein Leistungsdruck durch Notengebung, was einen dazu ermutigt hat, etwas zu sagen, obwohl man nicht genau wusste, ob die Antwort korrekt war oder qualitativ den Erwartungen entsprach. Dies war ebenfalls die Botschaft der Lehrerinnen und Lehrer, Unsicherheiten und Selbstzweifel abzulegen und sich aktiv in das Unterrichtsgeschehen einzubringen.

Zusammenfassend ist „Chance auf Erfolg“ daher ein sehr effektives und lohnenswertes Projekt, das mir neben den fachlichen Aspekten einen Motivationsanstoß zur weiteren Selbstentfaltung auf den Weg brachte.

Marlon Kunert, E04