Kulturnacht

„Respect the poets!“

Dichter-Workshops und Poetry-Slam-Abend an der Martin-Niemöller-Schule

 „Richtig ausrasten! Klatscht, macht diese „Wouh!“-Rufe und kneift eure Sitznachbarn, damit es wirklich laut wird!“ Mit dieser Aufforderung moderierten die beiden professionellen Poetry-Slammer aus Frankfurt, Jan Cönig und Clemse Lebemann, fulminant die Auftritte der Oberstufenschüler der MNS an. Sie erklärten damit nicht nur auf humorvolle Art und Weise, welchen Applaus sie sich wünschten, sondern formulierten auch deutlich die wichtigste Regel für einem Poetry-Slam-Abend wie diesen: „Respect the poets!“ Das Publikum reagierte begeistert und lauschte gespannt, als zwölf Schülerinnen und Schüler der MNS am Abend des 18.10.2018 ihre eigenen poetischen Texte auf der Bühne darboten.

Die Idee der Schulleiterin Elisabeth Waldorff, zu einem besonderen Kulturabend für die Oberstufenschüler einzuladen, konnte dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins der Schule und der Organisation von Barbara Berghoff (Leiterin des ersten Aufgabenfeldes) und Helen Wendel (Fachvorstand Deutsch) an diesem Abend in Form eines Poetry-Slam-Abends in die Tat umgesetzt werden. Die Schule hatte bereits im September Schülerinnen und Schüler ihrer Oberstufe zu professionellen Dichter-Workshops eingeladen: 40 neugierige Poeten waren dieser Einladung gefolgt und hatten unter der Leitung von Dalibor Marković, einem beliebten Poetry-Slammer aus Frankfurt, Texte geschrieben und erprobt.

Die beeindruckende musikalische Improvisation zweier Schüler leitete den dadurch vorbereiteten Abend ein. Dann übernahmen die beiden Moderatoren Jan Cönig und Clemse Lebemann das Mikrofon. Sie forderten auf charmante Weise die notwendigen Zutaten für den bevorstehenden Abend: Aufmerksamkeit, Applaus und Respekt vor den Poeten. Die nachfolgenden Schülertexte erzählten von Wunderbarem im scheinbar Selbstverständlichen, der Leistungsgesellschaft, vom täglichen Albtraum des morgendlichen Aufstehens und den Geburtstagsmomenten im Leben einer jungen Poetin. Nach der amüsanten Dokumentation über den Krieg gegen im Garten sprießenden Löwenzahn, einer Erinnerung an einen Moment des Wartens und einer Auseinandersetzung mit der Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen, ging es dann in eine kleine Pause. Es folgten Texte über das Zwilling-Dasein und über die Erhaltung unserer Natur für zukünftige Generationen. Die Themen Herkunft und Schubladendenken, ein Einblick in eine erkaltete Ehe und ein Appell für mehr Miteinander in der Gesellschaft rundeten den Abend ab. Der donnernde Applaus am Ende lag dann, laut der Oberstufenschülerin Serafina Schneiberg, längst nicht mehr an der Animation der Moderatoren, sondern schlicht daran, dass man von diesem Abend nur begeistert sein konnte. Als am nächsten Tag in der Schule über den Abend gesprochen worden sei, habe es den ein oder anderen gegeben, der sich gewünscht habe, an diesem Abend auch gekommen zu sein – ein Grund mehr für Serafina, eine solche Veranstaltung möglicherweise nächstes Jahr zu wiederholen.

(S. Schneiberg/ H. Wendel)