„Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium“

„Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium“

Am 28. November startete der komplette Jahrgang 10 unserer Schule nach der ersten Stunde zu einer Winterwanderung in die Schwalbacher Straße zur Wartburg, einem Spielort des Staatstheaters Wiesbaden.
Dort erlebten wir eine exklusive Vorstellung des Stückes „Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium“, denn das komplette Theater war an diesem Tag für die zehnten Klassen der MNS reserviert worden.
Organisiert hatten den Theaterbesuch Frau Prein (Deutsch und Klassenleitung 10.4) und Frau Schilling (Deutsch und Klassenleitung 10.5), die drei weiteren Klassen wurden von ihren Deutschlehrkräften Frau Kurt, Herrn Hecht und Herrn Rath begleitet.     
Das Stück thematisiert soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf vielfältige, teils kreative Art und Weise. Es ist eine Stückentwicklung von Hannah Biedermann, die am Staatstheater Wiesbaden in Kooperation mit den fünf mitwirkenden Schauspielern/innen entstanden und derzeit auch ausschließlich hier zu sehen ist.            
Gleich zu Beginn des Stückes bemerkten wir, dass es sich nicht um eine „normale“ Aufführung handelt, bei der auf der Bühne eine Handlung abläuft, die man als Publikum vom dunklen Zuschauerraum aus still anschaut. Die Schauspieler/innen begannen nämlich, sich lautstark über einige von uns zu unterhalten, Kommentare über unsere Kleidung zu machen und Rückschlüsse darüber anzustellen, wie reich unsere jeweiligen Familien wohl seien.                
Während des gesamten Stückes sprechen die Schauspieler/innen das Publikum immer wieder direkt an und interagieren mit den Zuschauern/innen.  
Uns wurden zum Teil unangenehme Fragen gestellt, bereits angebissene Kuchenstücke angeboten, und wir wurden mit Wasser bespritzt.            
Auf der Bühne war ein großer Kubus zu sehen, der als Lebensraum der Darsteller/innen funktioniert. In diesem „Aquarium“ müssen sie leben, da sie aufgrund verschiedener Ausschlusskriterien wie Armut, mangelnde Schulbildung, Herkunft/ Nationalität usw. von der Gesellschaft nicht akzeptiert, ausgeschlossen oder benachteiligt werden.                 
Verschiedene Aspekte von Ausgrenzung und Ungleichheit wurden in jeweils kurzen Episoden sehr eindringlich und vielfältig präsentiert, teils als Tanzeinlage oder Pantomime, über das Einspielen von Video- und Tonbandaufnahmen oder mithilfe origineller Requisiten wie z.B. dem Geräusche machenden Kühlschrank.                 
In einer Szene trugen alle Darsteller/innen monströse Kostüme, später wurde ein aufgeblasenes Kinderplanschbecken hereingetragen und eine Schauspielerin übergoss sich darin mit Wasser.            
Während das Thema des Stückes offensichtlich war und zum Teil auch sehr bestürzend zum Ausdruck gebracht wurde, haben einige der teils absurden Szenen manche von uns doch auch ziemlich überrascht und verwirrt.               
Deshalb war es gut, dass es nach dem Schlussapplaus noch eine Nachbesprechung mit einer Theaterpädagogin und fast allen Schauspielern/innen des Stückes gab, bei der wir Fragen stellen konnten und einige Punkte nachträglich erklärt wurden.       
Jedenfalls hatten wir alle viel zum Nachdenken, als wir anschließend – diesmal mit dem Bus – wieder an die MNS zurückkehrten.                
Auch wenn nicht alle gleichermaßen Fans des ungewöhnlichen Stückes waren, gab es von der Mehrheit doch eine insgesamt positive Rückmeldung zu dem Theaterbesuch.

(Jacqueline Kiala, Lara Kleber und Nele Manhart)

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