Helm ab oder dran lassen?

Helm ab oder dran lassen?

Wer diese Frage gestellt bekommt, ist mittendrin im Auffrischungskurs eines Ersthelfers.

So trafen sich die „Aufzufrischenden“ der MNS am ersten Samstag im Advent in der Schule, um Kenntnisse rund um die Erste-Hilfe wieder einmal zu vertiefen.

Erwin von Heißen vom ASB zeigte uns nach einer kleinen Vorstellrunde, einen kurzen aber sehr erschreckenden Filmausschnitt in dem es um moralische und gesetzliche Verpflichtungen eines Jeden, um unterlassene Hilfeleistung und um das richtige Verhalten bei einem Unfall (Absicherung, Retten aus dem Auto, Bilden einer Rettungsgasse, Aufstellen eines Warndreiecks) ging.

Danach folgten verschiedene Hinweise z.B. zu Verbrennungen und Verbrühungen, um den Unterschied zwischen Hitzschlag und Sonnenstich, zur H-Regel (Herz-Hirn-Hochlagern), zum Anwenden der Lippenbremse und zum Erkennen eines Schlaganfalls; zu Vergiftungen, Verstauchungen, Brüchen, Stromunfälle und Atemnot.

Nach der Mittagspause ging es an das praktische Üben. Bewusstlosigkeit, keine Atmung mehr, Reanimation! 30mal Herzdruckmassage – 2x beatmen zu den bekannten Liedern wie z.B. „Staying alive“, gegebenenfalls Defibrillator einsetzen. Dies ist immer eine Übung bei der jeder hofft, im realen Leben nicht in diese Situation zu geraten. Aber nichts zu tun, ist keine Option.

Danach sollten wir Verbände anbringen und Pflaster kleben. Hier zeigte sich, dass es doch wirklich gut ist, dies immer mal wieder zu üben. Bei einer Augenverletzung sollten unbedingt beide Augen bedeckt werden aber die Ohren frei bleiben, bei einem Druckverband macht es Sinn, auch ordentlich Druck aufzubauen.

An Fallbeispielen aus dem Alltag einer Schulgemeinde fehlte es natürlich nicht. Neben den üblichen Verletzungen im Sportunterricht, dem Reichen eines Kühlpacks bei Wespenstichen oder einer Wärmflasche bei Unterleibsschmerzen, der Versorgung beim Nasenbluten oder dem Reichen einer Spucktüte, kommen aber auch neue Situationen auf die Ersthelfer in der Schule zu. Panikattacken, chronische Krankheiten wie z.B. Diabetes, Epilepsie, Migräneattacken oder auch Asthma. Auch hier blieb dankenswerter Weise genug Zeit, sich mit Herrn von Heißen auszutauschen, um den ein oder anderen wertvollen Tipp zu bekommen.

Nach 9 x 45 Minuten war es dann geschafft. Die Teilnahmebescheinigung mit der erfolgreich abgeschlossenen Fortbildung wurde uns allen überreicht.

Zusammen mit unserem Schulsanitätsdienst, allen Ersthelfern in der Schule, dem ASB mit seinen regelmäßigen Schulungen gelingt es hoffentlich auch weiterhin, die Schulgemeinde im Notfall schnell und adäquat zu versorgen.

Bleibt noch der Hinweis an alle, im Notfall nicht wegzuschauen! Die 112 kann jeder mit dem Handy wählen und der Disponent von der Leitstelle ist auf Anrufe jeglicher Art geschult. Er hilft, lässt den Anrufer nicht allein und fragt ganz gezielt die vorgefundene Situation ab. Eigenschutz geht natürlich immer vor und wer kein Blut sehen kann, sich eine Versorgung nicht zutraut, Angst vor einem panischen Hund im Auto hat, kann aber telefonieren und den Notruf absetzen

Und zur Frage mit dem Helm …. Helm bleibt dran, wenn der Verletzte ansprechbar ist und dies ausdrücklich wünscht! Ist er aber bewusstlos, kommt der Helm ab.

(Claudia Demant, Büroleitung MNS)

 

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