Vom Umgang mit der Familiengeschichte – im Gespräch mit Kim Seligsohn

Vom Umgang mit der Familiengeschichte – im Gespräch mit Kim Seligsohn

Die Botschaft für die Gegenwart und Zukunft war unmissverständlich: „das Wichtigste ist – bleibt immer Mensch und lauft nicht einfachen Parolen hinterher“.

Als Kim Seligsohn am Mittwoch, 7.2.2024, nach etwa 90minütigem Besuch die Schülerbibliothek der Martin-Niemöller-Schule verließ, waren alle Beteiligten sichtlich berührt von dem vorangegangenen Gespräch über Kims Familiengeschichte. Unterstützt von historischen Dokumenten berichtete unser Gast von ihrer jüdischen Großmutter, die nach Auschwitz deportiert und dort vergast worden war, über das Versteck ihrer Mutter und vor allem über den langen und schmerzhaften Weg, die traumatische Familiengeschichte aufzuarbeiten. Denn lange Zeit war ihre Mutter unfähig, mit ihrer Tochter über die Kindheitserlebnisse zu sprechen, so dass Kim erst im Erwachsenenalter mühsam Einzelinformationen zu einem Gesamtbild zusammensetzen konnte und Antworten auf ihre vielen Fragen bekam. Der Dokumentarfilm „Liebe Angst“, der abends im Caligari-Kino gezeigt wurde, ist das Ergebnis dieser schmerzhaften Rekonstruktion. Ihre sehr persönlichen Schilderungen luden den anwesenden Geschichtskurs der Q2 und die AG Schule ohne Rassismus zu einer Vielzahl an Fragen ein, die weit über den biografischen Rahmen hinaus zu gegenwärtigen Herausforderungen in Politik und Gesellschaft führten.

Wir danken Frau Seligsohn für den offenen Austausch und die vielen Denkanstöße, die wir aus der Veranstaltung mitnehmen dürfen.

(Benjamin Laqua)

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